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Shortfilm Live Music

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Potsdamer Neueste Nachrichten, 09.05.2015

Abend im Waschhaus zu DDR-Vertragsarbeitern

Was von der Bruderhilfe übrig blieb
von Oliver Dietrich (Kultur in Potsdam)

Ein Filmkonzert über Migration in der DDR – was soll das sein? Anscheinend etwas so Abschreckendes, dass trotz freien Eintritts gerade mal eine Handvoll Besucher am Donnerstagabend zu „Völkerfreundschaftswerke“ ins Waschhaus kamen. Grund genug also für reichlich Häme in Richtung der unentschlossenen Fernbleiber, die etwas Grandioses verpasst haben. Denn spannend war diese Collage aus Film und Musik ohne Frage: Der Dokumentarfilm von Benjamin Schindler über Migranten aus den „sozialistischen Bruderländern“, die ab Ende der 60er-Jahre scharenweise in die DDR verfrachtet wurden – aus Mosambik und Vietnam, Angola, Kuba, Ungarn und Polen – wurde komplettiert durch den Sound der Band shortfilmlivemusic: ziemlich komplexe, aber gleichzeitig reduzierte Kompositionen mit Saxofon, Horn, Schlagzeug, E-Gitarre und – wie eine feine Ironie im sozialistischen Kontext – einer Blockflöte.
Die Bilder wirkten durch die schräge Musik noch stärker: Im seltsamen Farbton der DDR- Filme, dunkel und pixelig, aber dennoch nah und intensiv, sah man Dampfloks in den Berliner Ostbahnhof einfahren, Werksarbeiter in Schlachtereien, junge Afrikaner beim Schlittenfahren. Die aktuellen Szenen, in denen hiergebliebene Gastarbeiter aus ihrem Leben erzählen, sind dagegen gestochen scharf.
Die Arbeiter wurden damals ganz gezielt angeworben, aus Hanoi sogar in tagelangen Zugfahrten hergebracht und hatten oftmals keine Ahnung, was sie erwartet: Im ostdeutschen Winter wurden sie teilweise mit Decken und warmen Getränken empfangen. Willkommen waren die Immigranten aus den sozialistischen Bruderländern schon – aber mit Einschränkungen: Persönliche Kontakte zu Einheimischen waren nicht erwünscht – und das wurde auch explizit so kommuniziert. Kein Moped fahren, nicht in die Kneipe, keine langen Haare – und so schnell wie möglich wieder verschwinden.
Und als Mosambikaner gefragt zu werden, ob man dort auf Bäumen schlafe, war nur im ersten Moment witzig, erinnert sich einer. Denn schnell stellte sich heraus, dass den DDR- Bürgern das Bild eines afrikanischen Kontinents zwischen Katastrophen und Krieg kommuniziert worden war, das gar nicht der Realität entsprach – so sollte schlicht Solidarität generiert werden. Dass diese Menschen ausgebeutet wurden – bis zu 60 Prozent des vereinbarten Lohnes wurden einfach einbehalten –, bekamen viele nicht mit. Die Überraschung für die 94 000 Vertragsarbeiter in der DDR kam mit der Wende: Zur Rückkehr reichte das Verdiente, nicht aber, um sich in Vietnam oder anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Also blieben einige und wurden mit der hässlichen Fratze des zusammengebrochenen Bruderstaats konfrontiert: dem Ende der Willkommenskultur für die fortan als „Fidschis“ geschmähten Gastarbeiter. Nach jahrelanger verordneter Bruderhilfe erstarkte der Nationalismus eben nicht nur am Bahnhof Dresden-Neustadt oder in Rostock- Lichtenhagen. Oliver Dietrich


Augsburger Allgemeine
28.10.2011

Als Top Act des Abends folgte das Filmkonzert „Migrationsmaschine“. Historische Videoaufnahmen aus den Archiven des tim zeigen: Die türkischen Weber und Arbeiterinnen trugen wesentlich dazu bei, dass die Augsburger Webstühle und Spinnereien rund um die Uhr rattern konnten. Lehrfilme, private Aufnahmen und Interviews mit ehemaligen türkischen Arbeitern verdichtete der Dresdner Medienkünstler Ben Schindler zu einem 60-minütigen Filmkunstwerk über 40 Jahre Textilgeschichte. Das Ensemble „shortfilmlivemusic“ und sieben Augsburger Musiker vertonten die Uraufführung.

Die einstürzenden Schlote zwischen Johannes-Haag-Straße, Glaspalast und Fabrikschloss besiegelten den Niedergang dieses Industriezweigs, den auch die letzten Streiks vor der Kammgarnspinnerei 2001 nicht aufhalten konnten. Der Stummfilm ist eine Hommage an die Leistung der Arbeiter und die Perfektion der Maschinen. Die Interviews mit Nahice Kartal, Sabri Yagmur und Bekir Ayaz erden die Collage. Die drei Rentner erzählen, wie es wirklich war in dem Lärm und Staub, mit dem Akkord und dem Meister im Rücken.

Geräuschteppiche und Soundcollagen begleiteten den Film, mit röhrender Bassklarinette und rasselnder Fahrradkette. Nur ein paar Stunden hatten die zwölf Musiker Zeit, den Film zu sichten und ihr Konzert zu skizzieren. Bei einer „geführten Improvisation“ wurde der Hornist Daniel Vedres kurzfristig zum Dirigenten. Zu den Frauenhänden, die im Akkord Spulen austauschen, steigerten die Musiker ihre Lautproduktion, bis die Hektik körperlich geradezu spürbar wurde. Dem Schnitt auf Maschinen und Millionen von Fäden in ruhigem Fluss wiederum folgte auch die akustische Abkühlung. Ein einmaliges, da unwiederholbares Hörerlebnis mit Gänsehauteffekt.


Badische Zeitung Freiburg
18. November 2010

Es sind Bilder in verblichenem Schwarz-Weiß oder blasser Farbe, die über die Leinwand flimmern. Die Kurzfilme, die Wald, Landschaft oder Regen abbilden, werden live vertont von shortfilmlivemusic. Das seit einer halben Dekade bestehende Ensemble um den Freiburger Vokalisten Jan Kurth trat im Rahmen des Freiburger Jazzfestivals im Saal des Kunstvereins auf. Es war ein Konzert, wie man es nicht alle Tage hört. Experimentelle Klänge, geboren aus wohl komponierten Strukturen wie sie die 1. Symphonie Gustav Mahlers bietet (Kurth sprach von "mutwillig herausgeschliffenen Diamanten"), werden kombiniert mit improvisatorischer Spielfreude und frappierender Instrumentaltechnik – und mit den Bildern. Diese sind zu filmischen Kollagen komponiert, analog zur Musik: verwehte Akkorde der Gitarre (Matthias Kurth), Luftströme des Saxofons (Lutz Streun), flirrende Trommelschläge (Demian Kappenstein) und eine zischende Stimme, die alle instrumentalen Spielarten beherrscht. Den Klangfarben, die oftmals geräuschhaft sind, bekommt die hallige Akustik des Marienbads bestens. Das alles, atmosphärisch und stimmungsvoll eingesetzt, ist von schlichter Programm-Musik weit entfernt. "Eine magische Reise durch die Musikwelten Mahlers", wie angekündigt, bot shortfilmlivemusic tatsächlich. Musikalische Formen sowie stilistische Grenzen zu sprengen, daran auch hätte Mahler seine Freude gehabt.

Manfred Kobe, Badische Zeitung Freiburg


Augsburger Allgemeine
10.09.2010

Ein stimmiges Kunstprodukt Neuer Musik präsentierte das Textil- und Industriemuseum in Augsburg am Mittwoch einem aufgeschlossenen und begeisterten Publikum. Das Konzert bildete das fulminante Finale des Projekts „Sounding D“, das in Augsburg in Form eines Sonderzugs Station gemacht hatte.

Längstes, deutlich überzeugendes und zu Recht gefeiertes Werk des Abends war „Heavy Machines“, eine treffend betitelte Eigenkomposition und -improvisation der beteiligten Musiker. Die Basis dieser Uraufführung war eine 40-minütige Collage des Dresdner Medienkünstlers Benjamin Schindler, der altes Filmmaterial aus dem Archiv des TIM aneinanderreihte. Das farbig vielseitige Shortfilmlivemusicorchestra improvisierte mit den anderen Musikern dazu wie ein Stummfilmpianist an den Bildern entlang.

Vom Metronom vorgegebene Passagen sowie melodiöse Phrasen wechselten sich im Minutentakt mit verträumt-bunten Klangteppichen, wuchtigen Unisonomotiven oder umherirrenden Dissonanzen ab. Dadaistische Sprachfetzen und Singsang blendeten ein und aus, dazwischen schlängelte sich der kantable Sopran Lichtingers hindurch.

Dann wurde gleichsam in die Flöten gespuckt - ein Ultrastaccato mit schrillen Reibungen resultierend - und effektvoll im tiefen Blech und am Schlagwerk mit Extremklängen laboriert. Im Duo lieferten Cello und E-Gitarre ein unbeirrt balladeskes Ostinato, die Bläser und das Schlagwerk steigerten sich bisweilen zum tonalen Chaos. Nicht verwunderlich, da die Bilder auf der Leinwand hier und da mit doppelter Geschwindigkeit liefen und die Atmosphäre düsterer wurde.

Das Orchester überraschte sein Publikum

Insgesamt war das Werk geprägt von stetem Wechsel des Klangeindrucks und der äußerst vielgestaltigen Perkussivität. Assoziationen an Filmmusik waren stellenweise ebenfalls herstellbar. In fragiler und gleichzeitig zum Bersten gespannter Atmosphäre überraschte das Orchester sein Publikum mit viel Unerwartetem und bisher Ungehörtem und erhielt dafür verdientermaßen lang andauernde Standing Ovations.


Dresdner Neueste Nachrichten 16.4.2009

Das 21. Filmfest Dresden begann mit shortfilmlivemusic

(...) Nachdem die Auftakt-Veranstaltung im Vorjahr sehr reden-lastig war, hielt man nun reine Kunst dagegen: shortfilmlivemusic lautete das Projekt, bei dem sieben Filme von einer multinationalen Live-Band instrumentiert wurden.
Das ist durchaus durchdacht, sehr reizvoll für Menschen, die unorthodoxe Musik mögen, könnte jedoch für viele Besucher auch zu fremd gewesen sein. Es geht los mit ganz leisen, wie unfertigen Klängen zu den Mauerimpressionen von Anke Oehme, wird dann fasslicher während der Dokumentation „Die vergessene Brigade“ von Helga Bahmer. Da gibt der Prager Kontrabassist Pietr Tichy den Takt der Rentner-Einweisung für den „Subbotnik“, den großen Platten-Frühjahrsputz, vor, der Dresdner Demian Kappenstein untermalt mit seinen Percussions das Kleinschneiden von Grünabfällen. Das ist insgesamt liebevoll-ironisch; wenn die überlebensgroße Lenin-Statue gereinigt wird, auch absurd.
Die Ängste und Wünsche eines Gefangenen in dem slowakischen Animationsfilm „In the Box“ lassen sich wunderbar musikalisch begleiten; „Junking“ (Lehel Oláh) aus Ungarn strapaziert jedoch die Aufnahmefähigkeit. Es ist eine schwarz-weiße Ode über Sperrmüll in Budapest, sehr düster, fast depressiv die Klänge zu den Bildern ausgebrochener Puppenaugen, kaputter Teddybären, Weihnachts- und Osterschmuck. Es wirkt wie ein Aufbruch ohne Hoffnung, erst, als eine Straßenmusik-Szene inmitten des Gerümpels entsteht, keimt neues Leben – live mit kraftvollen Bläsereinsatz.
Eine perfekte Bild-Klang-Verbindung gibt es im deutschen Experimentalfilm „Zielpunkte der Stadt“ von Jörn Staeger, in den Bewegungen in den Straßen als Lichtspuren zu Drum-Sampling-Schleifen erscheinen, Formen hervorgehoben werden, unter anderem das Blaue Wunder gekantet, gedreht und gewendet wird. Immer erscheint die Musik als organischer Teil der Bilder – reichlich Applaus ist die Belohnung für das schöne Stück. „Berlin is in Germany“ dürfte den meisten als Spielfilm mit Jörg Schüttauf bekannt sein. Regisseur Hannes Stöhr hatte die Idee des „vergessenen“ DDR-Sträflings, der in das wiedervereinigte Deutschland entlassen wird, jedoch schon 1999 als Kurzfilm mit Heinrich Rolfing als Hauptdarsteller gedreht. Die Geschichte funktioniert perfekt zur melancholischen Flöte von Jan F. Kurth. Matthias Kurths verzerrte Gitarre gibt das Fremde der Situation wieder. Dalibor Kocian aus der Slowakei fasziniert mit seinem traurigen Gesang.
Ein schöner, in seinem Zeichenstil an Henri-Toulouse-Lautrec erinnernder Animationsfilm aus der DDR-Produktion (erschienen 1990), „Kafkas Traum“ von Sieglinde Hamacher, lässt sich als Parabel auf unmenschliche Abläufe auch in der Maschinerie der DDR lesen – natürlich ist der Traum ein Alptraum. Die feinen Zeichnungen werden filigran mit der Musik untermalt. (...) Beate Baum



Westfälische Nachrichten, Münster, 28.10.2008

(...)

Getrommelt wurde auch beim Höhepunkt der „Halbtotale“. Vier junge Musiker aus Dresden, Leipzig und Köln sorgten in der Aufführung „Short-Film-Live-Music“ vor der Leinwand mit live gespielten und lautmalerisch abenteuerlich gesungenen Klangformen für die musikalische Akzentuierung von einem Dutzend Kurzfilmen, die die Vielfalt des Genres zeigten.

 

Zum Einsatz kamen Trommel, Saxofon, Elektrostromgitarre, Stimme und die Trillerpfeife, die für komische Effekte sorgte, wenn animierte Figuren zur Freude des Publikums über Berge hüpften, die leider keine Geldhaufen waren. Filme aus den Filmhochschulen Köln, Kassel und Hamburg sorgten für Begeisterung beim Publikum, denn sie konnten durchaus mit dem britischen Animationsfilm „Wallace & Gromit“ mithalten oder erinnerten an die hundertjährige Tradition des abstrakten Films und der assoziativen Montage am Beispiel von Stadtarchitekturen.



Dresdner Neueste Nachrichten, 2.2.2006

Freunde des Kurzfilms frisch aufgemerkt. Morgen um 20 Uhr präsentiert
das Kino im Kasten zusammen mit der AG Kurzfilm Schmeckerehen des Genres. liebevoll umgarnt mit Live-Musik. Zwölf aktuelle deutsche Kurzfilme, darunter Kurzspielfilme, animierte Streifen und Experimental-Dokus, werden von Studenten der Musikhochschule "Carl Maria von Weber", einer Dresdner Band und einem DJ en passant neu interpretiert.

Unter den Gästen werden auch die Regisseure Gerald Grote ("Blindschatten") und Jan Verbeek ("On a Wednesday Night in Tokyo") sowie der FilmmusikKomponist Christopher Evans erwartet.


Sächsiche Zeitung, 2.2.2006

Dresden ist allein durch das alljährlich stattfindende Filmfest so etwas wie
eine Hochburg für Kurzfilme. Auch die AG Kurzfilm hat hier ihren Sitz und
die haben gemeinsam mit dem Kino im Kasten eine ganz großartige und
spezielle Idee: Aktuelle deutsche Kurzfilme werden von Studenten der MusikhochschuLe "Carl Maria von Weber",
einer Band und einem OJ neu vertont , und das natürlich live vorOrt.
Zu sehen sind zwölf Streifen aus den letzten drei Jahren, darunter Experimentalfilme Animationen und Kurz-Dokumentationen.
so u.a. das filmische Gedicht ..Atlikarinca",  "Die Eisbaderin" von Alla Churikova sowie "Reise nach China" als Ein-Bild-Film. Zur sehr außergewöhnlichen Veranstaltung
werden zwei Regisseure und ein Filmmusiker erwartet


Sächsische Zeitung, 6.2.2006

Die Kombination Film plus Llve musik
lockte am Freitag mehrere hundert Menschen in den alten Uni-Hörsaal an der Bebelstraße. Die Hausherren vom . Kino im xesten" und die AG Kurzfilm waren höchst erfreut und p räsentierten der Besucherrekordmenge eine hübsche Auswahl von zwölf unterschledllchen "Shorties" von schwarzweiß und stumm über Zeichen- und Puppentrick bis zum sperrigen Kunst- und bekömmlichen Mini-Spiel film. Zwar blieben die beiden Einsätze der handwerklich versierten Band eher unlnspirlertes Geschrubbe. Doch die sensibel ausgefeilte, virtuose, teils durchaus kühne Stimm- und Bläser-Arbeit von Ian Kurth und Dániel Vedres verband sich nachgerade mit Anja Strucks "Enfants de Miel" (Hongkinder) und der "Reise nach China" von Gil Alkabez zum schlichtweg begeisternden Erlebnis. Nicht zu vergessen DJ Jan Voigt, der die tränendrüsige Musik der "Die Eisbaderin" durch einen funky House-Mix ersetzte und den Animationsfilm dadurch zur Erträglchkeit veredelte. (SZ/or)
• fazit: Bitte noch viel mehr davon . Bald!


Sächsische Zeitung 24.10.2007

Musiker lassen sich von Kurzfilmen inspirieren: „Short Film – Live Music 2“ heißt das Projekt.

Überirdische Klänge soll es erzeugen, das „sphärische elektronische Leitungsrohr-Quadrophon“. Daniel Vedres studiert an der Musikhochschule Dresden und hat das Instrument eigens für „Short Film – Live Music 2“ erfunden: Am Freitag erlebt das Projekt im Dresdner Kino im Kasten seine Neuauflage – und die Riesenflöte aus handelsüblichen Baumarkt-Leitungsrohren feiert Premiere. Nach dem Überraschungserfolg vom vergangenen Jahr, als 400 Menschen sehen wollten, welche Inspiration Musiker live aus bekannten Kurzfilmen ziehen, gehen die Initiatoren mit neuen Filmen und neuer Musik an den Start.


Eine knackende Fläche

„Ich freue mich besonders auf `Motodrom`“, sagt Franziska Richter von der AG Kurzfilm. „Es wird spannend zu sehen, wie er mit neuer Musik wirkt. Im Original denkt man, die Motorräder fahren um einen herum.“ Jörg Wagners Film von 2006 handelt von Stellwandfahrern: von Männern und Maschinen.
Die Musiker von „Short Film – Live Music 2“ kennen den Originalton gar nicht. Sie lassen die Motorräder in ihrem Kopf Musik erzeugen: „Wir unterstreichen den Film, und der Zuschauer kann sich einklinken“, sagt Daniel Vedres. Er steht am kommenden Freitag in Dresden und im Januar in Köln mit vier Kollegen von der Kombo Lautstark!4 in immer wechselnden Konstellationen auf der Bühne. Insgesamt zwölf Filme werden gezeigt: Für einige haben sie neue Musik komponiert, für andere nur Spielanweisungen geschrieben: „Bildet eine dichte Fläche aus knackenden Geräuschen“, lautet so eine Instruktion.
Jazzig dürfte es auf jeden Fall zugehen. Mit Gesang, Horn und Blockflöte nähern sich die Musiker den Bildern: Grundlage sind kurze Animationsfilme, experimentelle Dokumentationen und Spielfilme.

Systemsprengende Luftwirbel

Immer aber sind Bilder wichtiger als Sprache. Wie beim animierten „Our Man in Nirwana“ von Jan Koester, der 2006 auf der Berlinale gelaufen ist und einen Silbernen Bären gewonnen hat. Da stirbt ein Rockstar und landet – im Nirvana. Daniel Vedres und die Jungs von Lautstark!4 machen sich ihre eigene Klangvorstellung von diesem entrückten Ort.
Auch Vedres` sphärisches elektronisches Leitungsrohr-Quadrophon ist dann dabei. Es produziert mit seinen Rillen Luftwirbel, die das tonale System sprengen. Wenn es hält, was es verspricht, könnte das Quadrophon bis zur Serienreife gelangen: „Ich müsste noch etwas Arbeit reinstecken, dann kann ich es vielleicht patentieren lassen.“

Judith Scholter


Dresdner Universitätsjournal 13.11.2007

Projekt »Short Film – Live Music« mit Erfolg in die zweite Runde

Bei der Premiere im letzten Jahr platzte das Dresdner Kino im Kasten im Hörsaal der TU Dresden auf der August-Bebel-Straße aus allen Nähten: fast 400 Zuschauer wollten damals erleben, was passiert, wenn junge, verwegene Musiker – überwiegend noch Studenten – ausgesuchte Kurzfilme
mit ihren eigenen Soundtracks neu interpretieren.
Kürzlich nun ging das ambitionierte Projekt »Short Film – Live Music« in die zweite Runde und erweiterte seinen Radius. Schon am 21. Oktober erlebte das Programm im Rahmen des BackUp Festivals in Weimar seine Vorpremiere. In Dresden fand die Premiere am 26. Oktober im Kino im Kasten statt – wiederum sehr erfolg- reich vor fast ausverkauftem Haus. Und in Köln wird die außergewöhnliche Veranstaltung am 18. Januar 2008 nochmals zu erleben sein.
Das Filmprogramm enthält auch diesmal wieder Kurzfilme aller Genres – von Animationen über Kurzspielfilme bis hin zur experimentellen Dokumentation. Die Zuschauer konnten bzw. können sich auf preisgekrönte Filme wie »Our man in Nirvana« von Jan Koester (u.a. Silberner Bär,
Berlinale 2006) und »Motodrom« von Jörg Wagner (u.a. Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis 2006) freuen. Außerdem sind brandaktuelle Animationsfilme wie »Video 3000« von J. Edelmann, J. Grosshans, J. Haussecker und M. Schleiss sowie »Liebeskrank« von Spela Cadez im Programm.
Für den neuen Sound sorgen neben Dániel Vedres (Horn/Loops) und Jan F. Kurth
(Stimme/Blockflöten/Loops) in diesem Jahr die Musiker des Quartetts Lautstark!4. Dániel Vedres und Jan F. Kurth, die bereits bei der Premiere mit von der Partie waren, studieren beide an der Dresdner Musikhochschule »Carl Maria von Weber«. Lautstark!4 existiert seit 2005 und hat sich
mit zeitgenössischem Ambient-Krach-Jazz und improvisierter Musik einen Namen gemacht. Alle Musiker haben bereits Erfahrung mit ungewöhnlichen Auftritten vorzuweisen. Lautstark!4 nahmen mit Erfolg beim Wettbewerb »living soundtrack« teil, Dániel Vedres ist seit Jahren in der Dresdner Szene für ausgefallene Projekte von Crossover-Oper bis Aktionskunst bekannt.

Matthias Bäumel


Sächsische Zeitung 19.4.2008

(...) Um zehn wartet eine Menschentraube geduldig vor Saal 6 auf den verspäteten Beginn von „shortfilmlivemusic“ aus dem Rahmenprogramm „Film & Musik“. Dann ist es soweit: Solist Daniel Vedres und das Live-Quartett „Lautstark!4“ lassen sich bei ihrem jazzigen Spiel von den Bildern ihrer Lieblingskurzfilme inspirieren. Authentisch bilden sie die Geräuschkulisse eines Motorradrennens nach, während Sänger Vedres mit seiner Stimme emotionale Saltos hinlegt. Das audiovisuelle Gesamterlebnis der musikalisch unterlegten Bilder wirkt teils anspruchsvoll überdreht, teils sanft plätschernd. (...)

Tom Vörös




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